Das Kürassier-Regiment von Seydlitz (Magdeburgisches ) Nr. 7

Das am 25. März 1815 zwischen Preußen, Österreich und Russland erneuerte Bündnis führte in Preußen zur Bildung neuer Regimenter. Hierunter befanden sich 8 Kavallerie-Regimenter, die nach einer von König Friedrich Wilhelm III. erlassenen Allerhöchsten Kabinetts-Order (A.K.O.) nach Stammnummern benannt wurden. Das Regiment verdankt dieser Kabinetts-Order seine Entstehung. Es erhielt die Nr. 4. Dieser Tag ist als Stiftungstag anzusehen. Ab 1899 wird der 7. März als Stiftungstag angesehen.

Das Regiment wurde aus der 1. Eskadron des Ostpreußischen, der 2. Eskadron des Schlesischen und der 3. Eskadron des Brandenburgischen Kürassier-Regiments errichtet.

Eskadron: aus dem französischem – Schwadron , die kleinste taktische Einheit der Kavallerie, 5 Eskadronen = 1 Regiment

Stellvertretend für die 8 Linien-Regimenter soll hier einiges zur Geschichte der „7-er“ Kürassiere gesagt werden, welche nicht nur durch den „Todesritt von Mars la Tour“ sondern auch dadurch zur hohen Bekanntheit gelangten, das der „Eiserne Kanzler“, Fürst Otto von Bismarck, die Uniform dieses Regimentes trug. So wurde die blaue Uniform mit gelben Kragen und die Schirmmütze mit dem weißen Deckel und gelben Band von jedem Schulkind der Kaiserzeit erkannt und bewundert.

Die erste Standarte stammte vom Kürassier-Regiment von Wagenfeld Nr. 4 der altpreußischen Armee. Nach der Niederlage 1806, vierter Koalitionskrieg, bildete dieses Regiment zusammen mit den Resten des Kürassier-Regiment 8 das Schlesische Kürassier- Regiment. Spätere Bezeichnung Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst /Schles.) Nr. 1.

Dem Ultimatum an Frankreich, seine Truppen hinter den Rhein zurückzuziehen, folgte am 9. Oktober 1806 die Kriegserklärung. Napoleon hatte dies vorausgesehen und eine starke Armee an der Grenze Bayerns zu Thüringen versammelt. Die norddeutschen Staaten und die Hansestädte verhielten sich neutral. Nur das Kurfürstentum Sachsen und das Herzogtum Sachsen-Weimar schlossen sich Preußen an. Preußen erklärte allein den Krieg. Dieser führte in der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 zu einer schweren Niederlage Preußens. Am 27. Oktober hielt Napoleon Einzug in Berlin, nachdem der preußische König Friedrich Wilhelm III. samt Hof und Familie nach Ostpreußen geflohen war. Sachsen löste im Dezember sein Bündnis mit Preußen und trat, bei gleichzeitiger Erhebung zum Königreich, dem Rheinbund bei. Seine Truppen, wie auch die Sachsen-Weimars, kämpften im Frühjahr 1807 gegen Preußen (Wikipedia)

Bei den alten Kürassier-Regimentern hatte jede Eskadron eine Standarte. Erst 1815 wurde bestimmt, dass jedes Kavallerie-Regiment nur eine Standarte hat.

07. April 1815:
An diesem Tag trafen die genannten drei Eskadronen in Landsberg an der Warthe, ihrer zukünftigen ersten Garnison, ein. Am selben Tag erfolgte die Formierung des Regiments.

September 1815:
Durch die Einverleibung einer Eskadron der Königlich Sächsischen Leibkürassiere wurde die 4. Eskadron gebildet.

Zwar war es dem jungen Regiment nicht vergönnt, tätig in die kriegerischen Ereignisse des Jahres 1815, Befreiungskriege, einzugreifen, trotzdem musste es aber die Anstrengungen eines Feldzuges durchmachen.

28. November 1815:
Das Regiment trat den Rückmarsch aus Frankreich an und rückte am 13.02.1816 wieder in Landsberg ein.

April 1817:
Verlegung des Regimentes in die Gegend von Magdeburg.

Stab nach Schönebeck
1. Eskadron nach Kalbe a.d. Saale
2. Eskadron nach Salze und Frose
3. Eskadron nach Schönebeck
4. Eskadron nach Barby

16. Oktober 1817:
Die 1. und 3. Eskadron des Kürassier-Regimentes Nr. 4, wie es damals noch hieß, erhalten in Quedlinburg Garnison, die 2. und 4. Eskadron sowie der Regimentsstab in Halberstadt.

27. Mai 1819:
Durch A.K.O. erfolgte die Änderung der Bezeichnung des Regimentes in „(1. Magdeburgisches) Kürassier-Regiment“

13. Januar 1823:
Großfürst Michael Pawlowitsch von Russland wird Chef des Regimentes bis zum 20.09.1849

10. März 1823:
Erneute Umbenennung des Regimentes in „7. Kürassier-Regiment“.

1824:
… fand zwischen der 1. und 4. Eskadron ein Garnisonwechsel statt, indem die 1. Eskadron nach Halberstadt, die 4. nach Quedlinburg verlegt wurde.

10. September 1830:
Das Kürassier-Regiment wird zum Observationskorps an den Rhein verlegt. Dafür wird das 3. Ulanen-Regiment nach Quedlinburg verlegt.

02. Juli 1832:
Beide Regimenter kehren in die Heimatgarnisonen zurück.

1848 / 1849:
Mobilmachung wegen ständiger Unruhen. z.B. Einsatz in Aschersleben

Deutschland war kein Staat, sondern ein aus 36 souveränen Einzelstaaten bestehender Staatenbund. Die Ziele der Revolution von 1848/49, einen Bundesstaat nach amerikanischem Vorbild zu schaffen und gleichzeitig mehr Mitbestimmungsrechte für die Bürger zu erreichen, waren mit der gewaltsamen Vertreibung des Rumpfparlaments in Stuttgart am 18.06.1849 gescheitert.

Gescheitert weil sich im Inneren die Souveräne der Länder von einer Mitbestimmung der Bürger bedroht fühlte. Die in der Märzrevolution errungenen Grund- und Wahlrechte wurden in vielen deutschen Staaten rückgängig gemacht. In manchen Staaten kehrte der Feudalismus zurück. In Preußen löste König Friedrich Wilhelm IV., der wieder die Oberhand gewonnen hatte, am 05. Dezember 1848 das Parlament auf und oktroyierte eine Verfassung, die nicht von der Volkssouveränität, sondern vom monarchischen Prinzip ausging.


29. Sepeptember 1849:
Der erste Chef des „7. Kürassier-Regiment“ Großfürst Michael Pawlowitsch von Russland stirbt.

01. Mai 1850:
Seine Hoheit Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha wird zum Chef des Regiments ernannt, was er bis zu seinem Tod 1893 bleibt.

Dieser deutsche Bundesfürst nahm an allen „Einigungskriegen“ seit 1849 selbst teil und war für seine liberale und deutschlandeinigende Haltung bekannt.

4. Juli 1860:
Das Regiment erhält den Namen: „Magdeburgisches Kürassier-Regiment Nr. 7“

1862:
Im Dippenword, bei Quedlinburg, wird eine Militärschwimmanstalt angelegt.

1864:
Im Deutsch-Dänischen Krieg gelangt das Kürassier-Regiment nicht zum Einsatz.

25. März 1865:
Das Regiment feiert sein 50-jähriges Bestehen. Von den Gründern des Regiments nahmen nur zwei an der Feier teil. Der Kammerherr Graf von Pückler, Adjutant bei Formierung des Regiments und Major von Langenau, der als Junker vom 1. Kürassier-Regiment dem Regiment überstellt war.

06. Mai 1866:
Zum Feldzug gegen Österreich wurde das Kürassier- Regiment mobil gemacht und in Marsch gesetzt. Es stand unter dem Oberbefehl der I. Armee des Prinzen Friedrich Karl und gehörte zur 2. Schweren Brigade.

Mit der Bahn wird das Regiment nach Herzberg gebracht und ausgeladen. Von hier aus marschiert es über Kalau, Seidenburg, Reichenbach nach Turnau, wo es Gutwasser am 2. Juli 1866 erreicht. Während der Schlacht von Königgrätz, 3. Juli, steht das Kürassier-Reg. im Granatfeuer von Roßnitz. Hier wurde dem damaligen Kommandeur von Hontheim sein Pferd unter dem Leib erschossen.

Juli 1866:
Die Kürassiere marschieren bis kurz vor Wien. Am 01. August beginnt der Rückmarsch bis Brünn, wo es verladen wird und mit der Bahn in die Heimat fährt.

1870:
Im Deutsch-Französischem Krieg von 1870/71 ritt das Regiment zusammen mit den 16-er Altmärkischen Ulanen, Kavallerie-Brigade von Bredow, am 16. August1870 die Reiter-Attacke bei Vionville - Mars la Tour, die als der - Todesritt von Mars la Tour – in die Geschichte einging. Das Regiment erlitt hierbei schwerste Verluste, als es die Artilleriestellungen der Franzosen ausschaltete. Im Weiteren Verlauf des Krieges gegen Frankreich war das Kürassier-Regiment noch an der Belagerung von Paris und bei der Schlacht von Le Mans beteiligt. (weiteres siehe unten)

20. Juli 1871:
An diesem Tag war das Kürassier-Regiment wieder in seinen Heimatstandorten Quedlinburg und Halberstadt.

Herbst 1872:
Den gefallenen Kameraden errichtete das Regiment in Gemeinschaft mit dem Ulanen-Regiment 16 auf dem Schlachtfeld von Mars-la-Tour ein Denkmal.

10. April 1886:
Aufgrund der A.K.O. wurde die 5. Eskadron formiert. Man verwandte hierzu Mannschaften aus dem 7. Schweren Landwehr-Regiment.

27. Januar 1889:
Als viele Regimenter nach Namen berühmter Feldherren früherer Zeiten benannt wurden, war dem Regiment ein ganz besonderes glänzendes Los beschieden. Es erhielt den Namen:

„Kürassier-Regiment von Seydlitz (Magdeburgisches) Nr. 7“.

Etwas Stolzeres konnte es für ein Kavallerie-Regiment nicht geben, als nach einem Führer benannt zu werden, von dem sein großer König einstmals sagte:

„Seydlitz ist das edelste Los geworden, welches ein Soldat erreichen kann, er lebte unübertroffen, er stirbt, ohne ersetzt werden zu können.“

01. Juli 1892:
Die 4. Eskadron wurde von Quedlinburg nach Halberstadt verlegt.

26. Januar 1894:
Generaloberst Otto von Bismarck wird zum Chef des Kürassier-Regimentes von Seydlitz (Magdeburgisches) Nr.7 ernannt. Er bleibt es bis zu seinem Tod am 30.07.1898. Danach gibt es keinen Chef des Regimentes mehr.

27. Oktober 1895:
Einweihung des Siegesdenkmals auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz in Quedlinburg. Von Prof. Robert Anders geschaffen ist es auch als Reiterdenkmal oder Kürassier-Denkmal bekannt. (weiteres siehe unter Siegesdenkmal)

01. April 1898:
Der Regimentsstab, die 1., 4. und 5. Eskadron ziehen in die neuerbaute Kürassier-Kaserne in der Seydlitzstraße ein. Die 2. Eskadron lag bereits seit dem 01.07.1892 dort und zwar in der alten Knochenmühle.

01. Oktober 1901:
Es wechselte die 1. und 3. Eskadron mit ihrer Garnison. Die 1. kam nach Quedlinburg und die 3. nach Halberstadt.

1904/05:
Teilnahme von Unteroffizieren und Mannschaften an den Kämpfen in Südwest-Afrika.

02. August 1914
Die 1. Eskadron zieht unter Rittmeister von Roon in den I. Weltkrieg. Die ersten wichtigsten Stationen sind: Lüttich, Haelen, Ostende, Marne, Ayette, Arras, Lille, Hollebecke,

November 1914:
Verlegung des Regiments an die Ostfront. Hier kämpft das Regiment in Nordpolen gegen die Russen.

September 1915:
Der Feldzug gegen die Russen beginnt in Kurland und Litauen (Mitau, Pokroj, Sirbucze, Postawy, Meschkele).

September 1917:
Das Regiment wird nach Rumänien verlegt und kämpft von hier aus weiter gegen die Russen.

Dezember 1917:
Das Kürassier-Regiment wird wieder an die Westfront verlegt und kämpft hier in den Vogesen (Angomont, Bremenil).

September 1918:
Kämpfe in der Siegfriedstellung.

Die Siegfriedstellung war die Defensivstellung der deutschen Truppen, vom März 1917 bis Oktober 1918. Dieser strategische Rückzug sollte Kräfte sparen und mobilisieren. Zwar konnten die Truppen während der Frühjahrsoffensive 1918 noch einmal bis auf 40–50 km an Paris heranrücken, hielten aber der materiellen und personellen Übermacht der Alliierten nicht stand. Nachdem Ende 1918 die Stellung erstmals durchbrochen wurde, willigte man einem Waffenstillstand ein und der 1. Weltkrieg war faktisch vorbei.

Oktober / November 1918:
Abwehrschlacht in Flandern, St. Pieter, Harlebeke, Vive-St. .

11. November 1918:
Das Regiment erfährt vom Waffenstillstand und beginnt den Rückmarsch nach Halberstadt.

Januar 1919:
Es wird ein Freiwilligen-Kommando aufgestellt, welches noch an den Kämpfen im Baltikum teilnahm.

01. November 1919:
Nach Auflösung des alten Heeres verblieb von dem Regiment nur noch eine Eskadron als Traditions-Eskadron, die am 5. März 1920 die Garnison Halberstadt verlassen musste und jetzt mit 4 anderen Eskadronen in der Reichswehr das Reiter-Regiment Nr. 10 in Torgau bildeten. Die Kaserne ist von dieser Zeit ab mit der I. Abteilung des 4. Artillerie -Regimentes besetzt. Sie hat jetzt die Bezeichnung „Bismarck-Kaserne erhalten.

1920:
Oberwachtmeister Nikolaus berichtet folgendes:

"Am 5. März wurde die Schwadron in Halberstadt unter starker Anteil-nahme der Bevölkerung auf dem Bahnhof verladen. Sie traf am Morgen des 6. März in Torgau ein. Mit 12 Trompetern an der Spitze, in feldgrauer Uniform, mit gelben Kragen und Ärmelaufschlägen, mit Kürassierhelm, Lanze und Pallasch marschierten wir anschließend durch die Stadt und wurden hier vom größten Teil der Bevölkerung herzlich begrüßt. Der Bürgermeister der Stadt Torgau begrüßte uns am Markt und hieß uns als Dragoner herzlich willkommen. Ich unterbrach ihn und berichtigte durch Zuruf: „Wir sind Seydlitzkürassiere!“, worauf sich der Bürgermeister sofort entschuldigte. Nach dem Ritt durch die Stadt rückten wir in die Husaren- Kaserne ein."

ENDE

Aus der Festschrift zur Wiedersehensfeier ehem. Seydlitz-Kürassiere, verbunden mit dem 40. Stiftungsfest des Vereins in Halberstadt vom 07. – 09. Juni 1930.

„ …. Unvergeßlich werden jedem Seydlitzer die Zeiten sein, als sie unter Voranritt des Trompeterkorps mit dem vollbärtigen Kesselpauker durch die Straßen der Stadt ritten, und von der Bevölkerung bis an die Tore des Kasernements begleitet wurden. Mögen diese Zeilen die Kameraden an die schöne Zeit erinnern, die sie als Soldat in der Garnisonstadt zugebracht haben.“

Die Kürassierkaserne in Quedlinburg

Dieser längliche rote Klinkerbau steht heute noch im Rambergweg 29.

Im Jahr 1870 wurde für den Premier-Leutnant Herrn von Plötz vom 7. Kürassier-Regiment, der schon in Quedlinburg wohnte, an dieser Stelle ein Wohngebäude mit Pferdestall und Reitbahn gebaut. 1871 kamen dann noch eine Schmiede und die Remise (Wirtschaftsgebäude) hinzu. Im Pferdestall der 1872 gebaut wurde, fanden etwa 128 Pferde Platz. Der Stall war so groß, dass er die ganze Hinterfront des Geländes einnahm. Der rechten Flügel des Gebäudes, welcher früher auch Pferdestall war, wurde 1876 zu Quartieren für die Kürassiere ausgebaut.

Der Königliche Rittmeister Plötz von Perleberg übertrug das im Jahr 1892 der Handelsgesellschaft der Gebrüder Dippe. Durch sie wurde dann die linke Seite des Gebäudes für Wohnungen und eine Montierungskamme aufgestockt. Quartier bezog hier die 3. Eskadron des Kürassier-Regimentes. Von 1901 bis 1914 zog dann die 1. Eskadron hier ein.

Teilweise gab es Überlegungen, das Gebäude im ersten Weltkrieg als Lazarett oder Kriegsgefangenenlager zu nutzen. Später dann wurden die Räume der Soldaten zu Wohnungen und die Pferdeställe in Kuhställe umgebaut.

Der Krieg gegen Frankreich und der „Todesritt von Mars-la-Tour“

Am 16. August 1870 fand zwischen den französischen Ortschaften Mars-la-Tour und Vionville eine der größten Schlachten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 statt. Höhepunkt dieser Schlacht war der Kavallerieangriff der Brigade Bredow, der schon o.g. legendäre „Todesritt von Mars-la-Tour“ bei dem 7-er Kürassiere und 16-er Ulanen die in arge Bedrängnis geratene preußische Infanterie und das Oldenburgische Infanterieregiment Nr. 91 dadurch entlastete, das sie im wilden Galopp 2 Kolonnen der franz. Infanterie und 2 Batterien der franz. Artillerie vernichtend niederkämpften und sich nach diesem blutigen „Husarenstück“ auch noch gegen französische Kürassiere zur Wehr setzten mussten. Doch dieser Angriff war wirklich ein Todesritt und der Blutzoll den die preußischen Reiter zahlen mussten war hoch.

In der „kleinen“ Regimentsgeschichte der 7-er Kürassiere von 1906 heißt es hierzu: „ Eine weiße Linie von der Länge einer Viertelmeile bezeichnete die Ehrenbahn, auf der das Regiment 7 Offiziere, 1 Portepeefähnrich. 1 zugführenden Vize-Wachmeister, 169 Mann und 261 Pferde tot oder verwundet auf dem Schlachtfelde ließ.“

Zusammen mit den altmärkischen 16-er Ulanen ritten ca. 800 deutsche Kavalleristen in die Schlacht von Mars-la-Tour, von denen 400 Leben oder Gesundheit ließen! Ein Gedicht schilderte den Anblick der gefallenen Kürassiere so:

„Doch ein Blutritt war es, ein Todesritt – Wohl wichen sie unseren Hieben, doch von 2 Regimentern was ritt und stritt, unser zweiter Mann ist geblieben!“

„Doch was ist das – In Frankreich hat es im August geschneit?
Da liegt das halbe Halberstadt im weißen Waffenkleid!
Da liegen sie da schlummern sie den ruhevollen Schlaf,
wo sie der Blitz der Batterie, der Säbelhieb sie traf!
Doch über ihren Häuptern fliegt die Fahne hoch im Wind und König Wilhelm hat gesiegt und Deutschland das gewinnt!“


Im patriotischen Überschwung der Gründerzeit des Deutschen Reiches nach 1871 wurde den Kriegern von Mars-la-Tour viele Schriften und Gedichte gewidmet, welche heute für viele nur noch blasser Erinnerungen sind.

So gab es die Geschichte des Trompeters der 7-er Kürassiere, August Binkebank, welcher am 21. Juli 1845 zu Osterwieck geboren wurde und 1864 als Freiwilliger in das Kürassier-Regiment Nr. 7 eintrat.

Er nahm am Feldzug 1866 gegen Österreich und am Deutsch-französischem Krieg 1870/71 teil. Das von Ferdinand Freiligrath gedichtete Lied „Die Trompete von Mars-la-Tour“ machte seine Erlebnisse berühmt. Binkebank starb am 21. Mai 1879 an der Schwindsucht, eine Spätfolge des entbehrungsreichen Feldzuges. In den folgenden Jahren wurde sein Grab auf dem Halberstädter Friedhof, an jedem 16. August mit frischem Lorbeer geschmückt. Heute noch kann man seinen Grabstein und die Trompete im städtischen Halberstädter Museum besichtigen.

Er selbst schrieb:
„Zwei Drittel unseres Regiments waren tot oder verwundet und je weiter wir in den Feind hineinritten, desto weniger wurden meine Kameraden. Zuletzt waren wir nur noch sechs. Da machten wir denselben Weg über Hunderte von Leichen wieder zurück. Mein Rappe blutete bereits aus fünf Wunden. Endlich bei meinem Kommandeur angekommen, befahl mir dieser, „Apell“ zu blasen. Aber welch kläglicher Ton kam da zum Vorschein. Meine Trompete war von einer Kugel durchbohrt, ohne das ich etwas davon wusste. Sie war mir auf dem Rücken zerschossen.

Ich brauche nicht zu verschweigen, dass ich infolge dieses Rittes einer der ersten im Regiment war, der mit den Eisernen Kreuz geschmückt wurde!“

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